Gesellschaftliches Unternehmertum

Bei dem Kooperations-Wettbewerb geht es darum, gessellschaftsunternehmerisch aktiv zu werden. Daher möchten wir auf dieser Seite kurz erklären, was dies überhaupt bedeutet. Der Begriff kommt aus dem englischen und wird dort “Social Entrepreneurship” genannt, schon seit den 1980ern kursiert der Begriff dort auch in der Forschung.

Der Friedens-Nobelpreis 2006 an Muhammad Yunus für seine Mikrokredit-Bank Grameen, die vor allem Frauen in Bangladesch eine neue Selbstermächtigung ermöglichte, befeuerte die Verbreitung auch in Deutschland. Dabei tendiert die Übersetzung zu “Soziales Unternehmertum” zu zwei Fehlschlüssen:

Social muss nicht nur sozial sein

Es werden Organisationen gesucht, die eine positive Wirkung auf die Gesellschaft haben möchten und sich dies als Kerngeschäft vornehmen. Die Aussage “Jedes Unternehmertum ist gemeinwohlorientiert, da es Steuern zahlt und Arbeitsplätze schafft” ist also unter der Berücksichtigung dieses Gedankens nur eingeschränkt zu unterstützen.

Auch müssen die Themen nicht nur einen sozialen Charakter haben. Eine positive gesellschaftliche Wirkung kann man zum Beispiel auch haben, wenn man die Umwelt oder das Klima schützt. Am einfachsten ist eine Orientierung an den SDGs (Sustainable Development Goals), den Globalen Nachhaltigkeitszielen der UN. Diese sind weltweit gültig und haben eine große Bedeutung. Viele Sozialunternehmen kommunizieren, dass sie sich für ein oder mehrere Ziele stark machen.

 

 

Es werden auch nicht Technologien ausgeschlossen, auch wenn nicht die technischen, sondern die sozialen Innovationen des Konsumierens, Entscheidens oder Zusammenlebens im Vordergrund stehen. Apps oder Maschinen haben aber vor allem einen unterstützenden Charakter.

Entrepreneurship umfasst nicht nur Unternehmen

Unternehmertum heißt nicht unbedingt, dass tatsächlich nur GmbHs, UGs, AGs und Co. gegründet werden müssen. Auch gemeinnützige Vereine können sozialunternehmerisch aktiv sein. Es geht weniger um die Rechtsform, sondern die Denkweise.

Wir möchten für Vorhaben aktivieren, die eigenständig und marktorientiert existieren möchten und nicht nur von Fördergeldern, Ehrenamt oder Spenden abhängig sein wollen. Damit verteufeln wir diese Aspekte nicht, sie sind sogar eventuell gerade am Anfang als Starthilfe wichtig.

Doch hören meist gut gemeinte Aktivitäten auf, wenn die Fördermittel auslaufen, sich wichtige Ehrenämtler zurückziehen oder die Spendenakquise zu viel Zeit kostet. Daher finden wir Organisationen spannend, die von Anfang an eine Einnahme-Quelle oder ein Geschäftsmodell denken. Uns geht es vor allem auch um die Selbstwirksamkeit: Wir zeigen, dass sich Gutes tun und davon leben nicht ausschließen müssen.

Hier eine Grafik des Social Entrepreneurship Netzwerk Deutschland, was Soziales Unternehmertum umfasst:

 

Das ist doch gar nicht neu!

Richtig, Genossenschaften oder die Wohlfahrt gibt es gerade in Deutschland schon sehr lange. Wir suchen jedoch vor allem neue innovative Ansätzen.

Wie kann man beispielsweise mit moderner Technik Menschen miteinander verbinden oder Zusammenhänge transparent machen? Wie kann man die Nachfrage bündeln, dass ein Angebot zustande kommt? Welche Formen des demokratischen Wirtschaftens sind vorstellbar? Wie können regionale Wirtschaftskreisläufe enstehen, die weniger vom Wachstumsdruck abhängig sind?

Manchmal muss man dafür gar nichts Neues erfinden, sondern einfach Aspekte miteinander kobinieren, die vorher noch nicht zusammengedacht wurden.

Beispielhafte Sozialunternehmer*innen finden sich unter den aktuell 72 Ashoka-Fellowern aus Deutschland. Dort erhält man einen guten Einblick, was darunter zu verstehen ist.

Zusammenfassung:

Drei Aspekte sind also wichtig:

 

Insbesondere die positive gesellschaftliche Wirkung ist dabei wichtig und sollte messbar sein. Für mehr Informationen zum Konzept, können Sie gerne auch bei der Hilfswerft vorbeischauen, die sich mit Social Entreprenuership noch tiefer auseinandergesetzt hat.

Im Übrigens fand seit der letzten Bundesregierung die Förderung von Sozialem Unternehmertum stets ihren Weg in die Koalitionsverträge, auch das Wirtschaftsministerium hat den Ansatz als einen von zehn Punkten in seine Gründungs-Offensive aufgenommen. Sich damit zu beschäftigen und selbst einmal auszuprobieren kann eine Investition in die Zukunft sein.

Also, gleich einmal bei LüDiA als Anstifter*in, Zukunftsmacher*in oder Ermöglicher*in mitmachen!